Wäsche ist Vertrauen

frische gewaschene, bunte Socken liegen auf einem braunen Tisch

Wer an Pflege denkt, sieht oft zuerst die direkten Momente: das Gespräch am Bett, die Hilfe beim Essen oder gemeinsame Aktivitäten. Doch hinter den Kulissen läuft etwas, das mindestens genauso wichtig ist: die Wäsche.

70 Tonnen pro Jahr, 5.000 Wäschestücke Berufskleidung, hunderte „Wischmöppe“ und vor allem: die persönlichen Lieblingsstücke unserer Bewohner. Sie sind Erinnerungen, Gewohnheiten und irgendwie auch ein Stück Zuhause. Die Wäsche sollte nicht nur sauber sein, sie soll auch weiterhin vertraut wirken. Immerhin geht sie in manchen Fällen schon einen recht langen Weg mit einer Person. Doch wie schafft man das in einer Gemeinschaftseinrichtung, in der jeder andere Gewohnheiten hat? Da trifft Individualität auf durchgeplante Abläufe.

Wäsche gehört zur Lebensgeschichte

Mit jedem neuen Bewohner ziehen auch neue Gewohnheiten ein. Das gilt natürlich auch für die Wäsche. Was für die eine Bewohnerin selbstverständlich und wichtig ist kann für einen anderen völlig irrelevant sein. Doch wenn Kleidung im früheren Leben eine wichtige Rolle gespielt hat, sei es aus persönlichen oder beruflichen Gründen, dann soll sich die Person auch im Pflegeheim noch darin wohlfühlen können.

Hier kommt unsere Biografiearbeit ins Spiel. Welche Gewohnheiten haben Bewohnerinnen? Gibt es persönliche Bezüge zu besonderen Kleidungsstücken? Daraus ergeben sich dann ganz neue Fragen. Wie lässt sich ein empfindlicher Kaschmirpullover in wichtige Abläufe integrieren? Wie sorgt man dafür, dass jeder Bewohner auch seine Wäsche bekommt? Klar ist: Wäsche ist Vertrauenssache! Wer seine privaten Sachen in die Hände einer Einrichtung gibt, erwartet, dass sie mit der gleichen Sorgfalt behandelt werden wie zu Hause.

Wir müssen also immer einen Kompromiss zwischen individuellen Wünschen und den Notwendigkeiten einer Gemeinschaftseinrichtung finden. Dahinter steckt ein komplexer Prozess, der lange vor der Waschmaschine beginnt und erst endet, wenn die saubere, duftende Wäsche wieder im richtigen Schrank liegt.

70 Tonnen Wäsche, 10 Industriewaschmaschinen und … Computer?

n unseren beiden hauseigenen Wäschereien betreiben wir insgesamt zehn Industriewaschmaschinen und sechs Industrietrockner. Diese Geräte haben allerdings recht wenig mit dem zutun, was man vom Waschen daheim kennt. Bei uns ist es wichtig, dass die Maschinen mit gleicher Qualität und möglichst wenig Ausfallzeiten präzise arbeiten.

Über 90.000 Euro haben wir in neue, sparsame Waschtechnik investiert. Zum Beispiel gibt es jetzt computergesteuerte Waschmitteldosierung. Diese ist nicht nur sparsam, sondern vor allem auch qualitätssichernd. Das Ergebnis der gesamten Investition: 30 % weniger Energieverbrauch, 20 % weniger Wasser – und trotzdem immer gleichbleibende Sauberkeit.

Hygiene hat Priorität! Jede Maschine wird jährlich hygienisch geprüft. Schmutz- und Sauberwäsche werden streng getrennt. Sauberkeit und der gesundheitliche Schutz unserer Bewohner:innen stehen immer im Vordergrund!

Nicht alles wird im Haus gewaschen. Einrichtungswäsche (Bettwäsche, Handtücher, Waschlappen etc.) geht an externe Dienstleister. Doch auch hier gelten harte Regeln. Zertifizierungen müssen stimmen und Qualität hat Vorrang vor Kosten. Denn: Mit schlecht gewaschener Wäsche holt man sich echte Probleme ins Haus.

Fachwissen ist gefragt. Schon das Deuten von Waschanleitungen erfordert Erfahrung. Und wenn der nicht mehr lesbar ist, was dann? Wir vertrauen dabei ganz auf die Expertise unserer fünf Mitarbeiterinnen. Wer so viele Textilien durch seine Hände gehen lässt, kennt sich damit auch aus.

Wessen Pullover ist das? Wenn eine Bewohnerin einzieht, wird jedes einzelne Wäschestück etikettiert. Jedes! Damit geht nichts (oder kaum noch etwas) verloren. In speziellen Wägen wird die frische Wäsche dann auf die Stationen gebracht und findet dort ihren Weg in die richtigen Schränke.

Sauberes Vertrauen

Am Ende hängt gute Pflege oft von Dingen ab, die man nicht sieht. Von Prozessen, die im Hintergrund laufen. Das sich unsere Bewohnerinnen bei uns wohl fühlen liegt nicht zuletzt daran, dass unsere Wäschereien und der Umgang mit Wäsche hohe Priorität genießen. Wir wissen selbst, wie wichtig Kleidung sein kann. Egal ob wir uns „nur“ darin wohlfühlen oder ob wir bestimmte Erinnerungen damit verbinden. Deshalb kümmern wir uns mit größter Sorgfalt und vertrauensvoll auch um die Textilien der Menschen die ihren letzten Lebensabschnitt in unseren Einrichtungen erleben.